man kann die menschen in kaum einer sache so schwer verletzen wie in ihrem stolz.
mir ist dieses gefühl seit jeher fremd gewesen; wer stolz ist, gibt sich zufrieden, mindestens mit sich selbst. zufriedenheit wiederum verleitet zum stehenbleiben. ein mensch, der glaubt, etwas erreicht zu haben, hört, sokratisch gesprochen, auf, etwas zu werden. man könnte auf einer andren ebene und mit einer nochmal verschiedenen, aber da hineingreifenden betrachtungsweise auch sagen: wer rastet, der rostet.
aber natürlich ist der stolz eine weitaus vielschichtigere empfindung als bloß die banale zufriedenheit mit einem gegenwärtigen zustand oder mit sich selbst oder mit etwas außer einem liegenden.
stolz geht in gewisser weise auch einher mit einer bestimmten prinzipien- oder gar linientreue, er drückt also die verhärtung des subjekts und somit seinen unwillen, sich von andren menschen substantiell berühren zu lassen, aus und bezeugt an sich einen unflexiblen geist, dem so viel wie nur möglich daran gelegen ist, sein eigenstes zu bewahren und es nicht antasten zu lassen; — sich nicht hineinreden zu lassen. ein stolzer mensch erhebt sich über andre und hat allzu oft nur das gefühl, sich zu ihnen herablassen zu müssen; zu andren menschen in beziehung zu treten, ist für ihn kein schlüssel zum glück, sondern die durchsetzung seiner eignen verbohrten überzeugungen ist es; er geht also a priori davon aus, etwas unerreichbar einzigartiges in sich zu tragen, das frei von aller kritik sein müsse und das um jeden preis behütet zu werden habe. etwas unantastbares. und was will ein mensch für sich selbst noch erreichen, wenn er das unantastbare, das gleichsam göttliche schon in sich angelegt sieht?
dem stolzen geht es zu gut. und wem es zu gut geht, dem versiegt der tatendrang.
stolz ist gift für den fortschritt.
mir ist dieses gefühl seit jeher fremd gewesen; wer stolz ist, gibt sich zufrieden, mindestens mit sich selbst. zufriedenheit wiederum verleitet zum stehenbleiben. ein mensch, der glaubt, etwas erreicht zu haben, hört, sokratisch gesprochen, auf, etwas zu werden. man könnte auf einer andren ebene und mit einer nochmal verschiedenen, aber da hineingreifenden betrachtungsweise auch sagen: wer rastet, der rostet.
aber natürlich ist der stolz eine weitaus vielschichtigere empfindung als bloß die banale zufriedenheit mit einem gegenwärtigen zustand oder mit sich selbst oder mit etwas außer einem liegenden.
stolz geht in gewisser weise auch einher mit einer bestimmten prinzipien- oder gar linientreue, er drückt also die verhärtung des subjekts und somit seinen unwillen, sich von andren menschen substantiell berühren zu lassen, aus und bezeugt an sich einen unflexiblen geist, dem so viel wie nur möglich daran gelegen ist, sein eigenstes zu bewahren und es nicht antasten zu lassen; — sich nicht hineinreden zu lassen. ein stolzer mensch erhebt sich über andre und hat allzu oft nur das gefühl, sich zu ihnen herablassen zu müssen; zu andren menschen in beziehung zu treten, ist für ihn kein schlüssel zum glück, sondern die durchsetzung seiner eignen verbohrten überzeugungen ist es; er geht also a priori davon aus, etwas unerreichbar einzigartiges in sich zu tragen, das frei von aller kritik sein müsse und das um jeden preis behütet zu werden habe. etwas unantastbares. und was will ein mensch für sich selbst noch erreichen, wenn er das unantastbare, das gleichsam göttliche schon in sich angelegt sieht?
dem stolzen geht es zu gut. und wem es zu gut geht, dem versiegt der tatendrang.
stolz ist gift für den fortschritt.
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