je mehr zeit ich mit den menschen meines umfeldes verbringe, umso deutlicher werde ich gewahr, dass ich mit vielen von ihnen eigentlich gar nicht umgehen kann.
ich hasse beiläufige anekdoten, die im nichts verschwinden und nur für eine kleine minute der langeweile für erheiterung sorgen sollen; ich hasse herumgerede über dinge, von denen man nichts weiß; ich hasse witzchen; "erlebnisse" sind mir ebenso ein graus; überhaupt sich treffen, bloß um sich zu treffen, ohne ein gemeinsames ziel zu verfolgen.
momentan genieße ich das alleinsein, denn es bedeutet mir, dass ich mich ganz und gar auf die dinge konzentrieren kann, die mich angehen. die meisten anderen menschen machen mich nervös mit ihrer lockerheit und ihrem gebot der jugendlichkeit. ich bin eben nicht in dem sinne jugendlich, wie man es von einem studenten gemeinhin erwartet. mir liegt nichts an netter atmosphäre und gemütlichkeit, schon gar nichts am tanzen und feiern, überhaupt am trinken nichts und nichts am kurzweiligen amüsement. von den meisten habe ich den eindruck, sie eigneten sich sehr gut fürs studentische leben, nicht aber fürs studieren.
vielleicht eigne ich mich nicht für gesellschaft.
Für diesen Eintrag könnte man dich umarmen!
AntwortenLöschenGlaubst du, ich könne deine Angst vor dem Foxtrott, deinen Widerwillen gegen die Bars und Tanzdielen, dein Sichsträuben gegen Jazzmusik und all den Kram nicht verstehen? Allzu gut verstehe ich sie, und ebenso deinen Abscheu vor der Politik, deine Trauer über das Geschwätz und verantwortungslose Getue der Parteien, der Presse, deine Verzweiflung über den Krieg, über den gewesenen und über die kommenden, über die Art wie man heute denkt, liest, baut, Musik macht, Feste feiert, Bildung betreibt! Recht hast du, Steppenwolf, tausendmal recht und doch musst du untergehen. Du bist für diese einfache, bequeme, mit so wenigem zufriedene Welt von heute viel zu anspruchsvoll und hungrig, sie speit dich aus, du hast für sie eine Dimension zu viel. Wer heute leben und seines Lebens froh werden will, der darf kein Mensch sein wie du und ich. Wer statt Gedudel Musik, statt Vergnügen Freude, statt Geld Seele, statt Betrieb echte Arbeit, statt Spielerei echte Leidenschaft verlangt, für den ist diese hübsche Welt hier keine Heimat
AntwortenLöschenSteppenwolf - Hermann Hesse
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